Als Gerald Ford im Yellowstone Nationalpark Bären fütterte

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Zweifellos war es eine gute Idee, außergewöhnliche Landschaften mit ihrer Fauna und Flora unter einem besonderen Schutz zu stellen. Und zwar unter einer intensiven Obhut des jeweiligen Landes. In den Nationalparks wird der Natur dieses Recht verbrieft. So, wie im berühmten Yellowstone Nationalpark im amerikanischen Bundesstaat Wyoming – einem der spektakulärsten auf unserem Erdball. Dies ist eine Region aus Feuer und Wasser, denn unter der Erde schlummern riesige Mengen von Magma eines Supervulkans, der sich immer wieder „Luft“ verschafft und die Besucher aus aller Welt staunen lässt. 2,8 Millionen Menschen erleben Jahr für Jahr dieses amerikanische Wunder der Natur.

Bereits am 1. März des Jahres 1872 wurde der Nationalpark gegründet. Er ist damit der älteste auf unserem Globus. Geothermale Quellen, schlammige Seen und Geysire bestimmen das Bild des Yellowstone Nationalparks mit seinen unzähligen Sehenswürdigkeiten. Längst ist dies auch ein Weltnaturerbe der UNESCO. Dabei liegt die eigentliche Attraktion unter dem Erdboden und ist deshalb ausschließlich ein Fall für Geologen. Inzwischen ist bekannt, dass sich ein paar tausend Meter unter dem Park ein System permanent fließenden vulkanischen Gesteins über mehrere hundert Kilometer befindet. Gespeist von zwei riesigen Magmakammern. Durch Kamine gelangen Teile dieses geschmolzenen Gesteins in der Form eines dickflüssigen Lavastroms an die Oberfläche. Zum Teil als wässrige Eruptionssäulen, den rauschenden Sehenswürdigkeiten im Park.

Auf dem Hochplateau der Rocky Mountains hat sich – insbesondere dank der von Rangern überwachten Schutzgesetze – ein reichhaltiges Ökosystem entwickelt. Der Park ist die Heimat zahlreicher bedrohter Tierarten. Schwarzbären sind an vielen Stellen des Yellowstone Nationalparks zu beobachten. Aber auch Elche, Luchse, Wölfe, Pumas und Bisons. Letztere stellen zuweilen eine Bedrohung für die Touristen dar, wenn diese sich nicht an den gebotenen Sicherheitsabstand halten. Auch die mächtigen Wapiti-Hirsche streifen durch die nicht selten nebelverhangenen Wälder und über Bergrücken.

Durch fünf Eingänge ist der Yellowstone Nationalpark zu erreichen. Und damit auch etliche Hotels und Motels sowie die elf Campingplätze. Die Saison währt von Anfang Mai bis Ende Oktober, und in den Wintermonaten sind die Sehenswürdigkeiten lediglich mit Schneemobilen oder Kettenfahrzeugen anzusteuern. In den Geyser Basins befinden sich die eigentlichen Phänomene dieser ungewöhnlichen Landschaft mit ihren heißen Quellen und schlammigen Vulkantöpfen. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Yellowstone Nationalpark ist der „Old Faithful“. Die Besucher konnten über viele Jahre die Uhr danach stellen, dass dieser Geysir in einem Intervall von 91 Minuten „explodierte“ und seine riesige Fontäne präsentierte. Im Laufe der Jahre hat sich das aber geändert und die Zeitspanne ist nunmehr verkürzt. 32000 Liter Wasser steigen jeweils bis zu 55 Meter auf.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt der „Castle-Geysir“, von dem Wissenschaftlicher behaupten, es habe ihn schon vor rund fünftausend Jahren gegeben. Sein Kegel ist einer Burg nicht unähnlich und sein Wasserausstoß dauert jeweils rund zwanzig Minuten. Die weiteren Attraktionen im Park erhielten die Namen „Grand Geyser“ und „Riverside-Geyser“. Beeindruckend ist aber auch die Quelle des 91 Meter breiten „Grand Prismatic Spring“ mit einem „blauen Auge“ und einem Algenring in orangen Farben. Die höchste Wasserfontäne der Welt schafft der „Steamboat Geyser“ im Norris Geyser Basin. Er schießt seine Fontäne bis in Höhen von 130 Metern. Allerdings benötigen die Besucher des Yellowstone Nationalparks eine Prise Glück, um dieses Spektakel zu erleben. Zwischen den Eruptionen lässt sich der Geysir schon mal ein paar Jahre Zeit.

Vulkanologen beruhigen ängstliche Gemüter, denn ein größerer Vulkanausbruch ist in nächster Zeit nicht zu erwarten. Die letzte ereignete sich etwa vor 640.000 Jahren. Übrigens arbeitete im Yellowstone Nationalpark im Sommer 1936 ein späterer amerikanischer Präsident. Gerald Ford fütterte eine Saison lang dort als Ranger die Bären.