Flensburger Förde

Die Flensburger Förde liegt an der westlichen Ostsee. Die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland verläuft durch sie hindurch.

Die Flensburger Förde wird oft für ein Fjord gehalten, ist aber nur eine Ausschöpfung einer Gletscherzunge im Inlandeis, die in der Weichselkaltzeit entstanden ist. An den Rändern der Förde findet man Endmoränen-Ablagerungen. Die Flensburger Förde ist geprägt von einer mittelhohen Moränen-Kliffküste, die durch sandige Abschnitte unterbrochen wird. Immer wieder kommt zu einem Abrutschen der Hänge, was teilweise auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, andererseits aber mit den geologischen Untergrund zusammenhängt.

Größte Stadt an der Flensburger Förde ist Flensburg, am innersten Ende der Förde gelegen. Am östlichen Ufer steht das Seebad Glücksburg mit seinem bekannten Wasserschloss.

Die Flensburger Förde erstreckt sich Über 40-50 km und hat die größte Wasserfläche in der Region. Ein Teil der Flensburger Förde ist die Halbinsel Holnis, die sie in Innenförde und Außenförde unterteilt. An der westlichsten Spitze liegt der Flensburger Hafen. Nebenbuchten sind die Sønderborg Bugt mit Vemmingbund und Hørup Hav, das Nybøl Nor und die Geltinger Bucht. Am Übergang zur Kieler Bucht liegt die Untiefe Bretgrund, in die der kleine Belt mündet.

Am Südufer der Flensburger Förde wechseln sich steile Abschnitte mit schmalen Sandstränden ab. Hier gibt es zahlreiche Badestrände und den Fischereihafen Langballigau. Östlich davon, in der Geltinger Bucht liegt ein ehemaliger Fährhafen, der heute eine Marina ist. Am östlichsten Ende des Flensburger Förde liegt das Naturschutzgebiet Geltinger Birk.

Der nördliche Teil der Flensburger Förde gehört zu Dänemark. Die größte Stadt an der Förde ist nach Flensburg das dänische Sonderburg. Am nördlichen Fördeufer entlang führt heute ein etwa 74 km langen Wanderweg, der früher zur Grenzüberwachung diente.

Einstmals besaß Flensburg mit seiner 1866 gegründeten Fördeschifffahrt eine der größten Küstenflotten Deutschlands. Ihren Höhepunkt erreichte die Fördeschifffahrt im Jahr 1910 mit 25 Schiffen. Im Jahr 1935 kam die Fördeschifffahrt zum Erliegen, da Flensburg 1920 bei der Grenzziehung sein Hintern Land verlor, in den 1930er Jahren die Weltwirtschaftskrise einsetzte, und es eine Veränderung hin zu motorbetriebenen Schiffen gab. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Schifffahrt fast ausschließlich für Tiertransporte. Erst in den 1960er Jahren erholte sich die Schifffahrt, wurde aber bis in die 1990er Jahre letztendlich eingestellt.

Heute ist die Flensburger Förde vor allem einen Segelrevier. Bekannt sind die jährlich an Himmelfahrt stattfindenden Flensburg-Fjord-Regatta und die Rum-Regatta ebenso wie die Ostsee-Regatta zwischen Flensburg und Kiel. Seit 1994 gibt es die Flensburger Klassikregatta, die alle vier Jahre stattfindet. In Mürwik befindet sich ein Stützpunkt der militärischen Seefahrt. Einige Ausflugsschiffe verkehren bis heute zwischen Deutschland und Dänemark.

An der Flensburger Förde stehen mehrere Leuchttürme: an der Geltinger Bucht, bei Schausende der Leuchtturm Holnis, der Leuchtturm Kalkgrund am Übergang zur Ostsee, der Leuchtturm Kegnæs Fyr am Nordufer und der Leuchtturm Gammel Pøl Fyr am Ausgang der Förde.

Bereits im Jahre 1766 wurden in der Flensburger Förde zum ersten Mal Buckelwale gesichtet. 2012 sichtete man einen Weißwal vor Sonwik, mehrfach wurden Finnwale gesichtet. Seit etwa 2013 haben sich wieder Seehunde angesiedelt. Zuvor waren Seehunde als nahezu ausgestorben, da sie den Fischern in die Quere kamen und deshalb ausgerottet wurden.

Bedeutende Sehenswürdigkeiten an der Flensburger Förde sind die Ochseninseln, das
Schloss Grabenstein (Sommerresidenz des dänischen Königshauses), das Ziegeleimuseum Cathrinesminde, die Düppeler Schanzen und Düppeler Mühle, das Schloss Sonderburg, der Flensburger Hafen, die Marineschule Mürwik, der Uhrenturm des Flottenkommandos bei Winzigerhuk in Meierwik, das Quellental bei Glücksburg mit dem Wasserschloss Glücksburg, die Halbinsel Holnis, Langballigau mit seinem Fischerei- und Yachthafen und das Naturschutzgebiet Geltinger Birk.