Neapel

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1786 schwärmte der deutsche Dichterfürst Goethe beim Anblick der Stadtkulisse: „Einmal Neapel sehen und dann sterben.“ Schon der Klang des Namens erinnert an Sonne, Dolce Vita, hervorragende Küche und mediterrane Lebensart. Der Anblick wird aus jeder Richtung dominiert vom Vesuv, dem unheimlichen und doch so zauberhaften Schlund, der einst Pompeji und Herculaneum verschlang. Verträumt scheint sich die Millionenmetropole an den Golf zu schmiegen und verströmt dabei den Charme eines kleinen Städtchens, ohne verschlafen zu sein. Wandelt man durch die engen Gassen, glaubt man Sophia Loren müsse gleich um die Ecke kommen, wenn da nicht dieses Chaos wäre. Vespas, Pkws, Busse und Motorroller jeder glaubt die Vorfahrt für sich gepachtet zu haben und irgendwie funktioniert das Ganze dann doch. Lärm und Chaos beherrschen die Straßen und bieten einen morbiden Anblick von losem Putz an den Fassaden und Wäsche, die zum Trocknen von der einen zur anderen Straßenseite gespannt ist, aber es gibt auch begrünte Balkone und Hinterhöfe. Träumen ist unbedingt erwünscht.

Das Leben spielt sich auf der Straße und den Plätzen ab. Cafés und Pizzerien gibt es zuhauf und was wäre auch ein Besuch in Neapel ohne eine Pizza? Die heute älteste Pizzeria, schon fast eine von vielen Sehenswürdigkeiten, ist die „Antica Pizzeria“ im Stadtteil Port‘ Alba. Klar jeder Pizzabäcker in Neapel schwört darauf, dass es nur bei ihm die originale Pizza Neapolitana gibt, sei es drum.

Neapel an einem Tag, das ist unmöglich

Nicht nur zum Träumen a la Bella Italia lädt Neapel ein, auch Sehenswürdigkeiten wie Kirchen und Museen findet der Kulturbeflissene in großer Zahl. Sicher ist es nicht möglich die 500 sich angeblich in Neapel befindlichen Kirchen zu besuchen, aber wenn schon, dann seien der Dom von Neapel, der Maria Himmelfahrt geweiht ist und die Kapelle des heiligen Januarius, die den Schutzheiligen von Neapel beherbergt oder die prachtvolle im Barockstil erbaute Kapelle von San Severo empfohlen. Auch an Museen herrscht kein Mangel, an erster Stelle, sei eines der ältesten Museen Europas erwähnt, das archäologische Nationalmuseum und das jüngste Museum Neapels, das Museum des Schatzes von St. Gennaro. Neapel und Sehenswürdigkeiten heißt aber auch Burgen und Schlösser wie das berühmte Kastell dell’Ovo oder das berühmte Wahrzeichen der Stadt Maschio Angioino.

Neapel an einem Tag, das ist unmöglich, denn wie will man sonst die vielen Sehenswürdigkeiten, geschichtsträchtigen Plätze zum Beispiel Piazza Plebiscito, um nur einen zu nennen bestaunen, wie über die vielen Märkte schlendern und wie die vielen kleinen alle samt empfehlenswerten Restaurants besuchen. Wer will schon nach Neapel reisen und den Inseln im Golf wie Ischia, Capri oder Procida keinen Besuch abstatten? Apropos Inseln ein Tipp ist die kleinste der drei: Auf Procida findet man sie, die typischen Fischer, von denen bei den „Caprifischern“ die Rede ist. Auf Procida findet man das wahre Ischia.

Ein Besuch in Neapel ist genauso wenig für niemanden vorstellbar ohne eine der beiden Ausgrabungsstätten von Pompeji oder Herculaneum besucht zu haben, und wenn man schon mal da ist, dann ist der Nationalpark des Vesuvs nicht weit. Vielleicht bietet sich für den einen oder anderen Reisenden auch eine Wanderung direkt am Kraterrand an. Spektakuläre Bilder sind in jedem Fall garantiert.

Warum zögern, Neapel und seine Sehenswürdigkeiten warten. Doch nun geht’s erst einmal weiter nach Mallorca.